Onkel Wanja

Anton Tschechow

Kurzbeschrieb

Silvestervorstellung am 31. Dezember: In der Pause offerieren wir Ihnen einen Silvesterapéro. Die Vorstellungsdauer verlängert sich um ca. 10 Minuten. Prosit Neujahr!

Der emeritierte Professor Serebrjakow reist mit seiner jungen Frau Elena in die russische Provinz, wo er auf dem Gut seiner verstorbenen ersten Frau den verdienten Ruhestand verbringen will. Seine Tochter Sonja und ihr Onkel Wanja verwalten den Betrieb seit einer gefühlten Ewigkeit, wobei sie den hart erwirtschafteten Erlös stets dem Professor zukommen liessen – war dieser doch eine Berühmtheit, der Stolz der ganzen Familie. Doch nun, da alle auf dem Gut vereint sind, beginnt dieses Bild allmählich zu bröckeln. Enttäuscht muss Wanja feststellen, dass er einem Trugbild verfallen ist, dass er sich all die Jahre für einen eitlen Blender abgerackert hat. Wanja fühlt sich um seine Arbeit betrogen, ja um sein Leben. Zu allem Übel verliebt er sich auch noch unglücklich in die schöne Elena. Auch den Landarzt und Umweltschützer Astrow lässt die Professorengattin nicht ganz kalt, dabei hat der enttäuschte Idealist doch längst mit der Liebe und dem Leben abgeschlossen. Sonja wiederum ist seit Jahren in Astrow verliebt und wartet verzweifelt darauf, von ihm bemerkt zu werden. Sie alle begehren ins Leere und taumeln traumwandlerisch zwischen Erwartung und Wirklichkeit.

«Onkel Wanja», 1899 am Moskauer Künstlertheater uraufgeführt, ist ein wunderbar wehmütiges, traurig-komisches «Drama des Alltags». Die «Szenen aus dem Landleben» erzählen von Sehnsucht und Enttäuschung, von Lebenslügen und unerfüllter Liebe. Tschechows Figuren sind keine Helden, vielmehr straucheln sie alle mehr oder weniger tapfer durchs Leben und blicken dabei seltsam hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie wissen, dass nichts so ist, wie es sein könnte. Doch fehlt ihnen zu einem Aufbruch schlicht die Kraft.

Der bedeutende russische Schriftsteller Anton Tschechow (1860–1904) gilt als Wegbereiter der Moderne. Mit diagnostischem Scharfblick und viel Mitgefühl analysierte er den Lauf der Zeit, blickte tief in die Seele seiner Mitmenschen und zeigte ihren täglichen Kampf gegen die Leere, ihr vergebliches Streben nach Sinn und Schönheit. «Eine Krise kann jeder Idiot erleben, aber was uns auslaugt, das ist der Alltag» – so der grosse Realist, der dennoch die Hoffnung nie aufgab. Deutsch von Angela Schanelec, nach einer Übersetzung von Arina Nestieva.

Werkeinführung jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Dauer
2 Stunden 30 Minuten (inkl. Pause)

Ort
Biel: Stadttheater
Solothurn: Stadttheater

Trailer

Besetzung

Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Video
Olivier Truan
Dramaturgie
 

Alexander Wladimirowitsch Serebrjakow, Professor im Ruhestand
Günter Baumann
15.11., 18.11., 29.11., 01.12., 06.12., 08.12., 10.12., 14.12.
Alexander Wladimirowitsch Serebrjakow, Professor im Ruhestand
Mario Gremlich
21.12., 23.12., 29.12., 31.12., 07.01., 22.01., 13.02., 14.02.
Elena Andrejewna, seine junge Frau
Sofia Alexandrowna (Sonja), seine Tochter aus erster Ehe
Maria Wassiljewna Wojnizkaja, Mutter der ersten Frau des Professors
Iwan Petrowitsch Wojnizkij, ihr Sohn
Michail Lwowitsch Astrow, Arzt
Ilja Iljitsch Telegin, ehemaliger Gutsbesitzer
Marina, eine alte Kinderfrau

Auswärtige Vorstellungen

Do
08.12.16
19:30
Mo
13.02.17
19:30
Di
14.02.17
19:30
 
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