Pressestimmen

Der eingebildete Kranke

14.03.22
[...] Worte sind nicht vonnöten, Baumann als Argan versteht es, uns von der ersten Minute an voll hineinzuziehen in die herrliche Welt seines saukomischen Selbstmitleids. Und dann auf einmal mit überraschend behänden, keck-grazilen Bewegungen zu zeigen, wie fit er in Wirklichkeit doch noch ist.
Bieler Tagblatt, Clara Gauthey
15.03.22
Temporeich erzählt, hervorragend gespielt, mit schrillen, ja gar skurril anmutenden Figuren, feierte Molières Bühnenklassiker «Der eingebildete Kranke» am Samstagabend Premiere. Das Solothurner Stadttheater war gut besucht, die Unterhaltung gelungen.
Solothurner Zeitung, Vanessa Simili

Die Jahreszeiten

09.05.22
An eine Bühnenadaption dieses zweiten Buchs des bestens bekannten Schriftstellers wagt sich nun zum ersten Mal Deborah Epstein für das Theater Orchester Biel Solothurn (Tobs). Mit einer minimalistischen Ausstattung und einem talentierten Cast bringt sie die herausfordernde, sperrige Vorlage in eindrucksvollen Bildern auf die Bühne.
Solothurner Zeitung, Loriana Zeltner
09.05.22
Für Kurzweil sorgen auch musikalische Einlagen. Günter Baumann singt ein herzallerliebstes Volkslied. Annina Euling, die Tochter der Ensemble-Grande Dame Barbara Grimm und erst kürzlich in der Serie "Wilder" oder im "Tatort" zu sehen, singt und zupft betont laienhaft einen simplen Akkord und Simon Rusch zeigt an der E-Gitarre seine Rocker-Qualitäten aus Bandzeiten: Nicht nur hier zeigt sich Teamwork – alles scheint aus einem Guss, aus derselben Brust zu sprechen.
Bieler Tagblatt, Clara Gauthey
10.05.22
Es fühlt sich zuweilen an, als würde man einem Roman bei der Entstehung zusehen, als befände man sich im Kopf des Schriftstellers. Dass dies das Gegenteil von langweilig ist, liegt an der temporeichen Inszenierung Epsteins, die im zweiten Teil nochmals Fahrt aufnimmt, und an der prägnanten und humorvollen Textvorlage.
Der Bund, Sarah Sartorius

Die Marquise von O...

15.11.21
Es sollte nicht die einzige Idee des Theaterteams rund um Regisseurin Deborah Epstein bleiben, welche den Abend zu einem echten Knaller werden liess. Das war intelligente Unterhaltung, wie sie im Buche steht. Die Aufbereitung des vermeintlich angestaubten Klassikers ist unbedingt sehenswert. (…) Vielleicht ist dies die beste und modernste Inszenierung des Stoffes, der mittlerweile über 200 Jahre alt ist.
Bieler Tagblatt, Clara Gauthey
15.11.21
Die Kostüme und Kulisse sind dem 18. Jahrhundert angepasst: Rüschen, Fracks und farbige Polster. (…). Ein Mitglied der Gruppe unterbricht das Bild: Janis Urosevic, (…), ist der Erzähler des Stücks. Er erzählt nicht nur neben der Bühne. Meist befindet er sich inmitten der anderen Schauspieler – in Jeans, einem Shirt, einer Jacke und Turnschuhen, was ein amüsant absurdes Bild kreiert. Als Diener und als Hebamme nimmt er ab und zu auch an der Handlung teil und lockert das schwere Thema des Stücks mit Humor etwas auf.
Solothurner Zeitung, Sophie Deck
14.11.21
Die Marquise von O." an den Theatern von Biel und Solothurn: in der Mischung liegt das Geheimnis. Die Schauspieler verschmelzen mit der Rolle. Die Bühne verschmilzt mit dem Stoff. Die Gegenwart verschmilzt mit der Vergangenheit. Die Fiktion verschmilzt mit der Wahrheit. Das Spiel verschmilzt mit der Kunst. Ein unvergesslicher Abend.
Die Stimme der Kritik, Michel Schär

Faust I

14.02.22
Ein Faust zwischen Groteske und Tragik
Solothurner Zeitung, Susanna Hofer
15.02.22
Der Originaltext steht im krassen Gegensatz zu den Figuren, die auch musizieren, tanzen und insgesamt für ordentlich Klamauk sorgen. Das bunte Treiben auf der Bühne und die zügige Spielweise des knapp 90 minütigen Abends haben durchaus ihren Reiz. Mal wähnt man sich in der Fasnacht, mal im Kindertheater.
SRF 2 Kultur, Kaa Linder
14.02.22
Nis Søgaard versucht, Goethes Pathos mit Witz, Schalk, Disco und bitterböser Ironie zu konterkarieren (…)
Bieler Tagblatt, Clara Gauthey
11.02.22
Entsprechend frei muss man sich von etwaigen Erwartungen machen. Doch dann, dann packt einen «Faust I» weitaus mehr als damals im Schulzimmer.
Zmitz, Fabian Gressly

Ferferi فرفری

25.09.21
(…) Tabé thematisiert mit der fiktiven Figur der Bäckerin latenten Rassismus und Ausgrenzung, lässt Erinnerungen wie in einem Bilderbuch wach werden, singt sich Wut und Sehnsucht aus dem Leib. Und das schlicht grossartig, mitreissend - und zauberhaft.
Solothurner Zeitung, Angelica Schorre

Nichts geschenkt!

06.09.21
Die bürgerliche Familie sei ein Relikt aus feudalen Zeiten, lässt Autorin Mirjam Neidhart die Salonnière aus dem 18. Jahrhundert sagen und schliesst damit an aktuelle Diskussionen an: Nicht nur das Geschlecht, auch die Ehe ist keineswegs naturgegeben, sondern jederzeit verhandelbar. Denn: Spätestens bei der Familiengründung ist es mit Gleichstellung heute zumeist immer noch vorbei. Was für ein gut recherchiertes, klug geschriebenes und gewitzt gespieltes Stück!
Anne-Sophie Scholl, Der Bund
03.09.21
Mal heiter, mal dramatisch stellt das Stück über den Kampf um Frauenrechte kritische Fragen, die ins Heute reichen.
Clara Gauthey Bieler Tagblatt
04.09.21
Das Stück ist von A – Z gelungen und sehr gekonnt inszeniert und umgesetzt. Das ganze Ensemble hat die Standing Ovation verdient. […] Mir hat sehr gut gefallen, dass nicht nur interessante und relevante Quellen zitiert wurden, sondern eine Einschätzung, Einordnung angeboten ist. Dies inspiriert zu eigenen Gedanken – Demokratieprozess pur. […] Das Ensemble hat brilliert. Frauen* und Männer* waren überzeugend und ihre Spielfreude ist sofort übergesprungen.
Lic.iur. Zita Küng Präsidentin Verein CH2021 Preisträgerin Emilie Kempin-Spyri-Preis 2021
07.09.21
Es gibt sie, die Sternstunden im Theater. Wo der richtige Stoff zur richtigen Zeit mit den richtigen Absichten auf die Bühne kommt. «Nichts geschenkt» ist mehr als ein geglückter Theaterabend. Kein Wunder erhebt sich das Publikum nach zweieinhalb Stunden begeistert.
Kaa Linder, SRF 2 Kultur
 
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