Handlung
1. Akt
Vier Künstlerfreunde leben arm, aber fröhlich in einer dürftigen Behausung. Rodolfo, der Dichter, und Marcello, der Maler, versuchen vergeblich, sich ein wenig warmzuhalten, indem sie Rodolfos Drama verfeuern. Während der Philosoph Colline nichts zur Verbesserung der Lage beitragen kann, bringt schliesslich der Musiker Schaunard Geld mit nach Hause.
Der Hausbesitzer Benoit kommt und will die überfällige Miete kassieren. Marcello gelingt es, ihn hereinzulegen und ohne Geld aus der Wohnung zu jagen. Die vier Freunde beschliessen, auszugehen und sich einen schönen Abend zu machen: Schliesslich ist Weihnachten. Allerdings muss Rodolfo noch einen Zeitungsartikel beenden, so dass die anderen drei vorausgehen.
Als Rodolfo allein ist, klopft es an der Tür. Eine ihm unbekannte Nachbarin, Mimì, bittet ihn um Feuer für ihre erloschene Kerze. Rodolfo merkt, dass sie krank ist, und versucht zu helfen. Schnell verlieben sich die beiden ineinander. Als die Freunde ungeduldig nach Rodolfo rufen, schlägt Mimì vor, ihn zu begleiten.
2. Akt
Draussen herrscht reges Treiben. Die Freunde geben ihr Geld rasch aus, Rodolfo stellt den anderen Mimì vor.
Musetta, Marcellos frühere Geliebte, erscheint am Arm des reichen Alcindoro. Sie ist gekränkt, dass Marcello sie scheinbar nicht beachtet. Mit einem aufreizenden Walzer zieht sie die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich. Es gelingt ihr, Alcindoro unter einem Vorwand wegzuschicken. Marcello und Musetta finden wieder zusammen.
Als der Kellner die Rechnung präsentiert, stellen die Freunde fest, dass sie kein Geld mehr haben. Musetta sorgt dafür, dass Alcindoro auf der Rechnung sitzenbleibt. Die vier Freunde verschwinden mit Mimì und Musetta im Trubel der Menge.
3. Akt
Einige Wochen später: Mimì sucht Marcello auf und bittet ihn um Rat, weil Rodolfo krankhaft eifersüchtig ist. Marcello rät ihr zur Trennung.
In dem Glauben, Mimì sei gegangen, stellt Marcello nun Rodolfo zur Rede. Rodolfo gesteht, dass er sich sehr um Mimì sorgt: Ihre Krankheit ist so schlimm geworden, dass er ihren baldigen Tod befürchtet, und er ist zu arm, um ihr zu helfen. Mimì hört dies und ist tief getroffen. Sie nimmt Abschied von Rodolfo, aber die Trennung fällt beiden schwer.
Während Marcello und Musetta im Hintergrund erneut heftig streiten, beschliessen Mimì und Rodolfo, doch noch bis zum Frühling zusammenzubleiben.
4. Akt
Beide Paare haben sich getrennt. Rodolfo und Marcello versuchen, ihren Kummer zu überspielen, und albern mit Colline und Schaunard herum. Da platzt Musetta herein: Sie bringt die sterbende Mimì, die noch einmal bei Rodolfo sein möchte …
Weitere Informationen
Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten mit Pause
Altersempfehlung: 12+
La Bohème
Oper in vier Bildern
Musik von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi lllica
Uraufführung 01.02.1896, Teatro Regio, Turin
Reduzierte Fassung von Parenti
In Kooperation mit dem Luzerner Theater


Besetzung
Besetzung
Musikalische Leitung Yannis Pouspourikas
Nachdirigat Francis Benichou | Riccardo Fiscato
Inszenierung Lucía Astigarraga
Bühnenbild Aída-Leonor Guardia
Kostüme Eva Butzkies
Lichtgestaltung Mario Bösemann
Chorleitung Valentin Vassilev
Leitung Jugendchor Melanie Kummer
Dramaturgie Meike Lieser
Regieassistenz und lnspizienz Damien Liger | Larissa Copetti-Campi
Korrepetition Francis Benichou (Studienleitung) | Riccardo Fiscato
Praktikum Musikalische Leitung John Richter
Mimí Amy Ní Fhearraigh
Rodolfo Giuseppe Infantino
Musetta Léonie Renaud
Marcello Jungrae Noah Kim
Colline Fionn Ó hAlmhain
Schaunard Mykyta Burtsev *
Benoit / Alcindoro Konstantin Nazlamov
Parpignol Roberto Santos Luy *
Doganiere Dario Lupi *
Chor Chor TOBS! | Jugendchöre der Musikschule Biel
Orchester Sinfonieorchester Biel Solothurn TOBS!
* Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio
Technik
Technik
Technischer Direktor Günter Gruber
Leitung Ausstattung und Werkstätten Vazul Matusz
Leitung Schneiderei Gabriele Gröbel
Technischer Leiter Adrian Schubert
Schreinerei Simon Kleinwechter | Steven McIntosh | Raphael Schärer
Malsaal Daniel Eymann (Leitung) | Julian Scherrer
Dekorationsabteilung Ursula Gutzwiller (Leitung)
Maske und Frisuren Oper Sandra Widmer (Leitung) | Miriam Krähenbühl
Requisiten Sara Fichera (Einrichtung und Vorstellungen) | Arno Jäger (Vorstellungen)
Kostümabteilung Christine Wassmer (Admin. Stellvertreterin) | Catherine Blumer | Natalie Zürcher (Gewandmeisterinnen Damen) | Janine Bürdel | Sarah Stock | (Gewandmeisterinnen Herren) | Katrin Humbert | Dominique Zwygart (Schneiderinnen)
Ankleiderinnen Lara Studer | Museng Fischer | Pascale Berlincourt | Verena Graber
Bühnenmeister Biel Samuele D'Amico
Bühnenmeister Solothurn Rémy Zenger
Technische Einrichtung Antoine Camuzet
Ton und Video Matthias Daprà
und das Technik-Team TOBS!
Leitung Beleuchtungsstatisterie Michèle Péquegnat
Einrichtung Übertitel Valentina Bättig
Übertitelinspizienz Valentina Bättig | Meike Lieser | Ruben Monteiro Pedro | Stephan Ruch
Die Ausstattung wurde am Luzerner Theater hergestellt.
Lebensechte Menschen
Über Puccinis «La Bohème»
Nur wenige Opern sind so populär und so fest im Repertoire der Opernhäuser verankert wie Giacomo Puccinis «La Bohème». Das meisterhafte Zusammenspiel aus herzzerreissender Liebesgeschichte und komödiantischen Szenen, verbunden mit etlichen weltberühmt gewordenen Arien und Duetten, hat bald nach der Uraufführung für die weltweite Verbreitung des Werks gesorgt. Bis heute ist seine Beliebtheit ungebrochen; zugleich erweist es sich als ausserordentlich offen für immer neue Interpretationen. Ein so nachhaltiger Erfolg hatte sich bei der Uraufführung allerdings noch keineswegs abgezeichnet.
Als Giacomo Puccini (1858-1924) sich dem «Bohème»-Stoff zuwandte, befand er sich an einem entscheidenden Punkt seiner Laufbahn. Nach zwei frühen Opern war ihm 1893 mit «Manon Lescaut» der künstlerische und wirtschaftliche Durchbruch gelungen. Das Werk hatte ihm erstmals eine breite Anerkennung in der italienischen Opernszene verschafft und ihm die Freiheit eröffnet, ein neues Projekt nach eigenen Vorstellungen zu verfolgen. Zu dieser Zeit las der junge Komponist Henri Murgers «Scènes de la vie de bohème»: autobiografisch geprägte, episodische Erzählungen aus dem Pariser Künstlermilieu, die von Jugend und Freundschaft erzählen, von prekären Lebensverhältnissen, Liebesglück und Verlust. Diese lose angeordneten Szenen entsprachen genau dem Ton, den Puccini suchte. Die richtigen Partner für eine Bearbeitung fand er in Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, die beide auch schon am Libretto seiner «Manon Lescaut» mitgewirkt hatten.
Zur selben Zeit beschäftigte sich allerdings auch Puccinis Studienfreund und Kollege Ruggero Leoncavallo (1857-1919) mit Murgers Text. Kurz zuvor hatte auch er mit «Pagliacci» seinen ersten grossen Erfolg errungen. Eine Anekdote berichtet davon, wie sich Puccini und Leoncavallo im Frühjahr 1893 zufällig in einem Kaffeehaus trafen und über «La Bohème» in heftigen Streit gerieten. Leoncavallo bestand darauf, er habe Puccini vor einiger Zeit ein Libretto angeboten, das er auf Basis von Murgers «Bohème»-Szenen erstellt habe, Puccini habe dieses aber abgelehnt. Daraufhin habe Leoncavallo selbst mit der Vertonung seines Textes begonnen. Dass Puccini denselben Stoff nun zeitgleich mit einem anderen Libretto komponieren wollte, empfand er als Verrat. Puccini hingegen versicherte, er habe nie einen «Bohème»-Text von Leoncavallo erhalten, seine eigene Arbeit sei auch bereits recht weit fortgeschritten. Die früheren Freunde waren von nun an Feinde, keiner von beiden wollte auf seine Oper verzichten, und tatsächlich kamen später beide Werke innerhalb von nur 15 Monaten zur Aufführung. Leoncavallos «Bohème» sollte allerdings nie den Erfolg der Puccini-Version erreichen, seine Oper wird bis heute nur selten aufgeführt.
Ob Puccini das Libretto von Leoncavallo vor seiner eigenen Komposition kannte oder nicht: Seinen Ansprüchen an einen Operntext hätte es auf keinen Fall genügt. Denn in Sprache und Aufbau bleibt es nahe an Murgers Original und fügt verschiedene Szenen ohne grösseren Handlungsbogen lose aneinander. Puccini hielt jedoch den ursprünglichen Text in der vorhandenen Form kaum für bühnenfähig und empfand zudem, wie er später bemerkte, Leoncavallos Umarbeitung als «zu literarisch». Was er stattdessen brauchte, war eine radikale dramaturgische Verdichtung. Er wollte lebensechte Menschen und eine lebensnähere Sprache.
Illica und Giacosa erfüllten seine Wünsche, wobei der Komponist selbst wiederholt in die Textarbeit eingriff. Für «La Bohème» wurde eine bewusste Auswahl einzelner Szenen getroffen, Figuren wurden zusammengelegt, Handlungsstränge gestrichen, Situationen neu gewichtet. Die dramaturgische Verdichtung führte zu einer klar gegliederten Struktur von vier Akten (im Libretto «Bilder» genannt). Fröhliche Ausgelassenheit und existenzielle Bedrohung stehen sich dabei von Beginn an gegenüber.
Auch kompositorisch beschritt Puccini mit «La Bohème» seinen eigenen Weg. Die Oper verzichtet auf eine Ouvertüre und entfaltet sich als durchkomponierte Grossform. Geschlossene Nummern gehen fliessend ineinander über, freie Wechsel erfolgen zwischen rezitativischen Passagen, ariosen Übergängen sowie klar konturierten Arien und Ensembles. Die Musik ist eng an das szenische Geschehen gebunden: Motive tauchen immer wieder auf, auch in veränderter Form, ohne dabei im Sinne eines Wagnerschen Leitmotivsystems fixiert zu sein. Puccini arbeitet dabei mit feinen Klangfarben, subtiler Instrumentation und präziser Stimmführung.
«La Bohème» ist geprägt von einer Zeit, in der der italienische Verismo das Opernschaffen dominierte. In der Musikwissenschaft wird das Werk unterschiedlich eingeordnet: Zwar weist es einerseits zahlreiche realistische Elemente auf, doch entzieht es sich andererseits einer eindeutigen Zuordnung zum musikalischen Naturalismus. Puccinis Darstellung konzentriert sich weniger auf soziale Analyse als auf individuelle Empfindungen und zwischenmenschliche Beziehungen.
Die Uraufführung fand am 1. Februar 1896 im Teatro Regio in Turin statt. Dirigent war der junge Arturo Toscanini, damals 29 Jahre alt, dessen Stern gerade aufging; er sollte über Jahrzehnte hinweg einer der bedeutendsten Puccini-Interpreten bleiben. Doch die Reaktionen von Publikum und Presse auf das neue Werk fielen zunächst verhalten aus. Auch in Rom und Neapel, wo die Oper kurz danach aufgeführt wurde, stiess sie noch nicht auf ungeteilte Zustimmung. Zwei Monate später kam dann der Durchbruch: In Palermo wurde «La Bohème» im April 1896 zum ersten Mal begeistert gefeiert. Der Erfolg war sogar so gross, dass nach nicht enden wollendem Applaus das gesamte Finale wiederholt werden musste.
Damit begann der Siegeszug der Oper. Viele weitere italienische Häuser nahmen sie in ihre Spielpläne auf, und noch im selben Jahr wurde sie erstmals im Ausland gespielt: in Buenos Aires. Von da an eroberte das Werk zahlreiche Bühnen in der ganzen Welt. Die erste dokumentierte Aufführung in der Schweiz fand am 17. Dezember 1901 in Genf statt.
Nicht nur in den Opernhäusern, sondern auch auf Ton- und Filmaufnahmen ist «La Bohème» seither sehr präsent. Dies begann bereits in der Frühphase der Schellackaufnahmen, als Rodolfos Arie «Che gelida manina» mit Enrico Caruso zu einer der bestverkauften Platten wurde. Seither haben sich die Puccini-Stars aller Epochen in ihren jeweiligen Rollen mit Aufnahmen verewigt, zahlreiche szenische Interpretationen wurden auf Video festgehalten. All das unterstreicht die Bedeutung eines Werks, das sich immer wieder neu aktualisieren lässt, ohne seinen Kern zu verlieren.
1 – Fionn Ó hAlmhain, Amy Ní Fhearraigh, Giuseppe Infantino & Mykyta Burtsev
2 – Roberto Santos Luy & Chor TOBS!
3 – Konstantin Nazlamov, Léonie Renaud & Chor TOBS!
4 – Giuseppe Infantino, Jungrae Noah Kim, Fionn Ó hAlmhain, Mykyta Burtsev, Amy Ní Fhearraigh, Léonie Renaud & Chor TOBS!
5 – Amy Ní Fhearraigh
6 – Fionn Ó hAlmhain, Jungrae Noah Kim & Giuseppe Infantino
© Joel Schweizer
Hausbesetzungen
Hausbesetzungen spielten in verschiedenen Ländern sehr unterschiedliche Rollen. In Spanien wurden sie vor allem nach der Finanzkrise 2008 infolge massiver Wohnungsnot und Zwangsräumungen zu einer existenziellen Praxis. Sie zielten auf unmittelbare Wohnversorgung und soziale Absicherung.
In Frankreich und Deutschland entwickelten sich Hausbesetzungen ab den 1970er-Jahren als politische Praxis. Sie waren häufig mit linken Bewegungen, Migration und städtischen Protesten verbunden und richteten sich gegen Eigentumsverhältnisse und staatliche Wohnpolitik.
In der Schweiz manifestierte sich das Phänomen von den späten 1970er- bis in die 1990er-Jahre. Besetzungen gingen oft von Kulturschaffenden und politisch aktiven Gruppen aus und betrafen leerstehende Wohnhäuser, Fabriken oder Gewerbebauten. Wohnraummangel spielte ebenfalls eine Rolle, war jedoch meist mit kultur- und stadtpolitischen Anliegen verbunden. Viele Objekte wurden später geräumt oder in legale Nutzungen überführt. Die Schweizer Geschichte der Hausbesetzungen ist daher weniger von akuter Not geprägt als von Auseinandersetzungen um Stadt, Kultur und Solidarität.
Aus Henri Murgers «Scènes de la vie de bohème»
Die Bohémiens
Die Bohémiens
«Die Bohémiens wissen alles und gehen überallhin, je nachdem, ob ihre Stiefel fein sind oder durchlöchert. An einem Tag begegnet man ihnen am Kamin eines vornehmen Salons, tags darauf am Tisch einer einfachen Tanzwirtschaft. Sie können auf dem Boulevard kaum zehn Schritte tun, ohne einem Freund zu begegnen, und nirgends dreissig Schritte, ohne auf einen Gläubiger zu stossen. (…)
Bei Bedarf verstehen sie es auch, enthaltsam zu sein mit der ganzen Tugend eines Einsiedlers; fällt ihnen jedoch ein wenig Geld in die Hände, so kann man sehen, dass sie sogleich den ruinösesten Launen nachjagen, die schönsten und jüngsten Frauen lieben, vom besten und ältesten Wein trinken und niemals genug Fenster finden, um ihr Geld hinauszuwerfen. Und wenn dann ihr letzter Groschen tot ist und begraben, beginnen sie erneut an der Tafel des Zufalls zu speisen, die immer für sie gedeckt ist.»
Vorwort
Die vier Freunde
Die vier Freunde
«Gustave Colline, der grosse Philosoph, Marcel, der grosse Maler, Schaunard, der grosse Musiker, und Rodolphe, der grosse Dichter, wie sie sich untereinander nannten, besuchten damals regelmässig das Café Momus; dort nannte man sie «die vier Musketiere», weil man sie immer zusammen sah. Tatsächlich kamen sie zusammen und gingen zusammen, sie spielten zusammen und bezahlten bisweilen auch ihre Zeche nicht, stets in einem Zusammenklang, der des Orchesters des Conservatoire würdig gewesen wäre.»
Kapitel XI: Ein Café der Bohème
Mimi
Mimi
«Mimi war eine bezaubernde Frau und von einer Natur, die den plastischen und poetischen Neigungen Rodolphes besonders entgegenkam. (…) Diese kränkliche Schönheit verführte Rodolphe, und er verbrachte nachts oft viele Stunden damit, die bleiche Stirn seiner schlafenden Geliebten mit Küssen zu bedecken, wenn ihre feuchten, ermüdeten Augen halb geschlossen unter dem Vorhang ihres prachtvollen braunen Haares schimmerten. Doch was vor allem dazu beitrug, Rodolphe hoffnungslos in Mademoiselle Mimi verliebt zu machen, waren ihre Hände, die sie trotz aller Hausarbeit weisser zu bewahren verstand als die Hände der Göttin des Müssiggangs.»
Kapitel XIV: Mademoiselle Mimi
Musette
Musette
«Für sie war Luxus fast eine Frage der Gesundheit. Eine Zeit lang konnte sie wohl darauf verzichten, doch ganz entsagen konnte sie ihm nicht. In Kenntnis ihrer Unbeständigkeit entschloss sie sich, niemals ihrem Herzen das Vorhängeschloss eines Treueschwurs anzulegen. (…)
Marcel war wirklich der einzige Mann, den sie geliebt hatte. (…)
«Was wollt ihr?», sagte Musette, «von Zeit zu Zeit muss ich die Luft dieses Lebens einatmen. Mein verrücktes Dasein ist wie ein Lied: jede meiner Liebschaften ist eine Strophe, doch Marcel ist der Refrain.»»
Kapitel XIX: Die Launen der Musette
Marcel und Musette
Marcel und Musette
«Am Abend, als er nach Hause kam, sagte Rodolphe zu Mimi:
«Es gibt Neues. Musette ist verrückt nach Marcel und will ihn nicht mehr verlassen.»
«Armes Mädchen!», antwortete Mimi. «Gerade sie, die solch einen guten Appetit hat!»
«Und Marcel wiederum ist von Musette ganz hingerissen. Er vergöttert sie zu sechsunddreissig Karat, wie dieser Intrigant Colline sagen würde.»
«Armer Junge!», sagte Mimi, «er, der doch so eifersüchtig ist!»
«Das stimmt», sagte Rodolphe, «er und ich sind Schüler des Othello.»»
Kapitel XV: Donec gratus
Rodolphe und Mimi
Rodolphe und Mimi
«Er empfand für sie eine eifersüchtige, fantastische, streitsüchtige und seltsame Liebe. (…)
In dieser Zeit stand Rodolphe zwanzigmal kurz davor, sich von Mademoiselle Mimì zu trennen (…).
Und dann, um alles zu sagen, gab es auch Stunden, in denen Mademoiselle Mimi Rodolphe allen Argwohn, der sein Herz zerriss, vergessen liess. Es gab Augenblicke, in denen sie sich wie ein Kind an seine Knie schmiegte, und unter dem Zauber ihres blauen Blicks war er, dieser Dichter, der durch sie die verlorene Poesie wiedergefunden hatte, dieser junge Mann, dem sie die Jugend zurückgeschenkt hatte, wieder ins Reich der Liebe zurückgekehrt.
Zwei- oder dreimal im Monat machten Rodolphe und Mimi mitten in ihren stürmischen Streitigkeiten gemeinsam Halt in der kühlen Oase einer Liebesnacht und zärtlicher Gespräche.»
Kapitel XIV: Mademoiselle Mimi
La Bohème - Trailer
Trägerschaft
Trägerschaft
Stadt Biel
Stadt Solothurn (mit Unterstützung von Kanton und Gemeinden der Repla Solothurn)
Kanton Bern
Gemeindeverband Kulturförderung Biel/Bienne-Seeland-Berner Jura
Impressum
Impressum
Aufführungsrechte:
Bühnenmaterial von Casa Ricordi Srl. Milano.
Vertreten durch G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag GmbH, Berlin.
Herausgeber:
Theater Orchester Biel Solothurn TOBS!
www.tobs.ch
Saison 2025/26
Programm Nr. 4
Intendant: Dieter Kaegi
Stellvertretender Operndirektor: Francis Benichou
Redaktion: Meike Lieser
Übersetzung: Isabelle Wäber
Lektorat: Béatrice Schmidt
Layout: Aline Boder
Gestaltung: Republica AG
Fotos der Klavier- und Orchesterhauptprobe vom 16. und 17. Februar 2026: Joel Schweizer
Fotoauswahl: TOBS!
Februar 2026
Die Zitate aus Henri Murgers «Scènes de la vie de bohème» wurden übernommen aus fr.wikisource.org/wiki/Scènes_de_la_vie_de_bohème (Deutsche Übersetzung: Meike Lieser).
Alle anderen Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.
Die Interviews mit Lucía Astigarraga und Yannis Pouspourikas führte Meike Lieser am 23. und 27. Januar 2026.
Literaturhinweise:
Giacomo Puccini: Epistolario I. 1877-1896.
A cura di Gabriella Biagi Ravenni e Dieter Schickling.
Leo S. Olschki Editore, Firenze 2015
Dieter Schickling: Giacomo Puccini. Biographie.
Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart 1989
Arnold Jacobshagen: Giacomo Puccini und seine Zeit.
Laaber Verlag, Lilienthal 2024
Charles Osborne: The Complete Operas of Puccini.
Da Capo Press, New York 1983
William Weaver: La Bohème. The Story of the Opera
Begleittext zur LP-Gesamtaufnahme «La Bohème» (Leitung : Herbert von Karajan), The Decca Record Company Ltd., London 1973
Henri Murger: Scènes de la vie de bohème. fr.wikisource.org/wiki/Scènes_de_la_vie_de_bohème
Fotografieren, Filmen sowie Tonaufnahmen sind während der Vorstellung aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet.
Die Veranstaltungsplakate können an der Theaterkasse erworben werden.
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zur Inszenierung: direktion[at]tobs.ch





